Keine Kernkraftwerke als Kaltreserve

In diesem Winter müssen keine Kernkraftwerke als Kaltreserve bereitstehen. Dies teilte die Bundesnetzagentur am 31.8. mit. Die Behörde hat stattdessen zusätzliche konventionelle Kraftwerke als mögliche Kaltreserve ermittelt. Die Bundesnetzagentur warnte aber nochmals vor der angespannten Situation im deutschen Stromnetz. Diese Situation wird sich besonders im süddeutschen Raum zum Winter hin verschärfen. Die Bundesnetzagentur wies in diesem Zusammenhang auf den notwendigen Netzausbau der Nord-Süd Trassen hin. Auch seien in den nächsten Jahren mehrere Neubauten von Kraftwerken notwendig, da die Lücke, die durch den schrittweisen Ausstieg aus der Atomenergie entstehen wird, geschlossen werden muss.

Die Bundesnetzagentur hatte vor wenigen Monaten noch vor einer Lücke von einem Gigawatt gesprochen. Auf der Suche nach Reservekapazitäten ist man aber in einigen süddeutschen Bundesländern und auch in Österreich fündig geworden. Die benötigte Leistung kann durch diese Kraftwerke auch bei einer schwierigen Witterung bereitgestellt werden, da diese Kraftwerke hauptsächlich Steinkohle und Gas zur Stromerzeugung verwenden. Die Bundesnetzagentur empfahl den Übertragungsnetzbetreibern die Sicherung dieser Kapazitäten. Mögliche Mehrkosten könnten sich jedoch in den Netzentgelten bemerkbar machen. Durch die Energiewende und den damit verbundenen Kraftwerksneubauten und Netzausbauten wird es wahrscheinlich zu Mehrkosten für den Stromkunden kommen.

Die Bundesnetzagentur empfahl einigen Bundesländern weiterhin, die Stilllegungspläne einzelner konventioneller Kraftwerke genau zu prüfen. Dadurch könne die angespannte Situation auch in den kommenden Wintern zumindest etwas entspannt werden. Der BDEW begrüßte die Äußerungen der Bundesnetzagentur hinsichtlich des notwendigen Netzausbaus und des notwendigen Zubaus von Kraftwerkskapazitäten. Der BUND bezweifelte die Notwendigkeit der Kaltreserven, akzeptierte aber die Entscheidung der Bundesnetzagentur. Mit diesen Entscheidungen der Bundesnetzagentur sind die Pläne, die ein Kernkraftwerk als Kaltreserve vorsahen, vom Tisch.