EEG 2.0 - EEG Novelle 2014: Was ändert sich?

Immer wieder werden von Politikern die Themen Nachhaltigkeit und erneuerbare Energien betont. Die erneuerbaren Energien schaffen direkt und indirekt auch viele Arbeitsplätze. Durch die Energiewende wurden auch bereits viele wirtschaftliche und ökologische Erfolge erzielt.

Nun soll das EEG grundlegend reformiert werden. Wegen der vielen Änderungen wird bereits vom EEG 2.0 gesprochen. Mit dem überarbeiteten EEG sollen die zukünftigen Strompreisanstiege abgemildert werden. Außerdem soll es für den Zubau von Windrädern, Solaranlagen und Biogasanlagen festgelegte Ausbaukorridore geben.

Neu: Ausbaukorridore

Bisher konnten Windkraftanlagen, Photovoltaikanlagen und auch Biogasanlagen ohne sonderliche Beschränkungen gebaut werden. Man brauchte natürlich die entsprechenden Genehmigungen und musste dabei auch gewisse Bedingungen erfüllen. Eine Bedingung ist beispielsweise der Mindestabstand von Windrädern zum nächsten Ort. Waren aber alle Bedingungen erfüllt, konnten in einem Jahr 1000 oder auch 10.000 neue Anlagen gebaut werden, die nach dem EEG vergütet wurden.

Dies wird sich zukünftig ändern. Es wird in Deutschland festgelegte Ausbaukorridore geben. Auf diese Weise wird es keinen "Wildwuchs" bei neuen Anlagen mehr geben. Für alle neuen Anlagen, die erneuerbare Energien nutzen, wird es Obergrenzen geben für die volle Vergütung (nach EEG) geben.

Werden diese Grenzen überschritten, kommt es zu einer Kürzung der Vergütung. Je nach Herkunft der Energie wird es dabei verschiedene Grenzen geben. Es wird dabei grob nach Windkraft an Land, Windkraft auf hoher See (sogenannte Offshore-Energie), Photovoltaik und Biogas unterschieden. Für jede dieser Herkunftsarten wird es verbindliche Grenzen der Förderung nach dem EEG geben.

Besonders stark sind Einschnitte bei der Förderung der Solarenergie. In den letzten Jahren kam es hier zum Bau vieler neuer Solaranlagen. Dieser starke Zubau ist bereits mit den bereits gesunkenen Fördersätzen zurückgegangen. Mit dem neuen Ausbaukorridor für Photovoltaik wird der Zubau vermutlich noch weiter zurückgehen.

Aber auch für neue Biogasanlagen, neue Windräder an Land und neue Offshore-Windräder gibt es definierte Ziele. Hier treffen die neuen Ziele besonders die Windkraftanalgen an Land.

Wiederum: Senkung der Fördersätze

Wenn man schon länger die Entwicklung des EEG verfolgt, ist die Absenkung der Fördersätze nicht ungewöhnlich. Im nächsten Jahr könnten die Fördersätze aber relativ stark sinken. Es wird eine durchschnittliche Vergütung von etwa 12 Cent je Kilowattstunde angepeilt. Die aktuelle Förderung liegt bei etwa 17 Cent je Kilowattstunde.

Zudem sollen Windkraftanlagen an der Küste deutlich schlechter vergütet werden als Windkraftanlagen, die in der Mitte Deutschlands stehen und dichter an den großen Industriestandorten sind. Auf diese Weise könnten Kosten für den Ausbau des Stromnetzes gespart werden.

Neu: Auktionen

Ab dem Jahr 2017 könnte es zu Auktionen kommen, d.h., wer den geringsten Betrag für die Einspeisung der Energie bietet, kann die neuen Anlagen bauen. Auf diese Weise wird eine "Überförderung" vermieden. Mit Auktionen kann der Ausbau der Nutzung der erneuerbaren Energien noch besser gesteuert werden.

Neu: Umlage auf Eigenstrom

Bisher brauchte man, wenn man den Strom seiner eigenen Photovoltaikanlage selbst nutzt, keine Ökostrom-Umlage zahlen. Durch diesen Entfall der Ökostrom-Umlage bei Selbstnutzung gab es in den vergangenen Monaten einen kleinen Boom bei diesen Anlagen. Sollte jetzt auch auf selbst erzeugten und verbrauchten Strom eine (reduzierte) Umlage fällig werden, könnte dies zum Abflachen dieses Booms führen.

Keine Veränderung: Ausnahmen für Industrie

Aus den bisherigen Veröffentlichungen sind noch keine Änderungen bei den Ausnahmeregelungen für bestimmte Industriebetriebe ersichtlich. Viele große deutsche Industriebetriebe beteiligen sich momentan kaum an der Finanzierung der Energiewende. Gerade hier könnte ein Streichen von Privilegien für Betriebe, die nicht im internationalen Wettbewerb stehen, erhebliche Einsparungen bringen.