Umlage auf selbst erzeugten Strom?

Momentan ist selbst erzeugter Strom in vielen Fällen wirtschaftlich attraktiv. Dafür sind im Wesentlichen zwei Faktoren verantwortlich:

1. Die gestiegenen Umlagen, z.B. die EEG-Umlage, und Netzentgelte machen "gekauften" Strom immer teurer.

2. Selbst produzierter Strom wird, z.B. durch drastisch gesunkene Photovoltaik-Preise, immer günstiger.

Durch diese beiden gegenläufigen Tendenzen kam es dazu, dass immer mehr Privatpersonen und Firmen zumindest einen Teil ihres Stromverbrauchs durch Eigenproduktion decken. Dies war in der Vergangenheit in vielen Fällen auch wirtschaftlich sehr sinnvoll, da auf den Eigenstrom keine hohen Umlagen erhoben wurden.

Änderungen beim Eigenstrom geplant

Nun sind Änderungen beim Eigenstrom geplant. Der Verbrauch von selbst erzeugtem Strom wird nach diesen Plänen mit gewissen finanziellen Belastungen verbunden sein. Diese Beträge könnten zukünftig zur Senkung bzw. für einen geringeren Anstieg der EEG-Umlage verwendet werden. Es würde eine vollkommen neue Gruppe von Stromerzeugern zur Finanzierung der Energiewende herangezogen.

Gerade Gewerbebetriebe und Industrie haben aber in jüngster Vergangenheit stark in die Eigenstromversorgung investiert und entsprechende Anlagen gebaut. Die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung wurde dabei ohne EEG-Umlage vorgenommen. Laut aktueller Pläne könnte sich dies nun aber ändern. Auch selbst erzeugter und verbrauchter Strom könnte zumindest teilweise von der Zahlung der EEG-Umlage betroffen sein.

Aktuell wird dabei davon ausgegangen, dass die Zahlungen aber auf Höhe der EEG-Umlage von 2013 gedeckelt werden. Die Umlage lag im letzten Jahr bei 5,227 Cent je kWh, d.h., beträgt die Umlage 5,227 Cent je kWh oder weniger, dann wird kein Entgelt für Eigenstrom fällig.

Leider beträgt die EEG-Umlage 2014 aber 6,24 Cent je kWh. Dadurch läge die momentane Differenz bei etwa 1 Cent je kWh. Dieser Differenzbetrag wäre durch die Eigenstromversorger nach den aktuellen Plänen zusätzlich zu zahlen. Gerade bei mittleren und hohen Stromverbräuchen kommen bei 1 Cent je kWh schnell hohe zusätzliche Kosten auf die Eigenstromversorger zu.

Sollten die aktuellen Pläne umgesetzt werden, käme es wahrscheinlich zu einem Abflachen des Booms bei der Eigenstromversorgung. Wenn die geplante Eigenstromversorgung wirtschaftlich nicht mehr darstellbar sein sollte, kann man natürlich jederzeit einen Stromanbieter Vergleich machen, der günstige Bezugskonditionen für Strom aufzeigt. Dies gilt natürlich besonders für Gewerbestrom, da Gewerbebetriebe besonders stark von den geplanten Regelungen betroffen wären.