RWE und EON mit drastischem Gewinneinbruch

RWE und EON haben aktuelle Zahlen zur Geschäftsentwicklung veröffentlicht. Bei beiden Konzernen gibt es dabei herbe Einschnitte.

 

GewinneinbruchDie beiden Konzerne veröffentlichten ihre Zahlen etwa zur Zeit des vierten Jahrestags von Fukushima. Der Reaktorunfall von Fukushima hat bei den beiden börsennotierten Energiekonzernen auch den Stein ins Rollen und die Gewinne sinken lassen. Die Bilanzen der Großkonzerne sprechen seit dem Unglück in Japan eine klare Sprache. 
 
Die Geschäftsmodelle von EON und RWE waren viele Jahre hochprofitabel. Die Konzerne bauten für viele Milliarden Kraftwerke, die sie mit stattlichen Renditen betrieben. Der Reaktorunfall in Japan war dann die Ursache für ein Umdenken im Energiegeschäft. RWE und EON hatten und haben aber ihre großen Kraftwerke, die in der Regel über viele Jahre finanziert wurden. Der Strom dieser Kraftwerke wird jetzt nicht mehr in dem Umfang benötigt, da es neue Produzenten von Ökostrom gibt. 
 
Also kann man grob zwei Ursachen identifizieren:
 
- es wird weniger Kohle- und Atomstrom benötigt
- durch das Überangebot sinkt der Strompreis an der Börse
 
Momentan ist noch kein Ende dieser Entwicklung auf dem Strommarkt in Sicht. Die konventionelle Stromerzeugung hat es momentan einfach sehr schwer in Deutschland. Auch andere Energieversorger sprechen schon von dramatischen Zuständen bei ihren Kohle- und Gaskraftwerken. Die wirtschaftliche Lage dieser Kraftwerke verschlimmert sich momentan von Tag zu Tag. Momentan rechnen sich 35 - 45 Prozent der RWE-Kraftwerke nicht. Für den Betrieb legt RWE also Geld drauf, statt Geld zu verdienen. Die weiter fallenden Börsenpreise machen die Situation nicht besser.
 
Die Konzerne reagieren auf diese Lage mit Kostensenkungsprogrammen. Außerdem werden zur Stärkung des Eigenkapitals Firmenverkäufe vorgenommen. Trotz der Verkäufe haben EON und RWE beachtliche Schuldenberge aufgebaut. RWE hat aktuell Schulden von ca. 30 Milliarden Euro. Die letzten Verkäufe dürften diese Zahl aber abschmelzen lassen. Die beiden Energiekonzerne wollen sich zukünftig verstärkt auf andere Gebiete, z.B. den Ausbau erneuerbarer Energien und den Stromvertrieb, konzentrieren. Die aktuellen Angebote der beiden Konzerne finden sich natürlich im Stromanbieter Vergleich. 

Weitere Entwicklung

Momentan ist kein Ende der Entwicklung zu immer mehr Ökostrom und weniger Kohlestrom absehbar. Auch die Verschiebung bei der Stromerzeugung von wenigen teuren Großkraftwerken zu sehr vielen kleinen Energieerzeugern wird voraussichtlich weitergehen.
 
Durch die zunehmend schwankende Stromerzeugung durch immer mehr grünen Strom wird die Stromspeicherung interessanter. Außerdem wird in der Energiewirtschaft immer mehr IT-Unterstützung benötigt. Die Abstimmung von immer mehr Erzeugern und Verbrauchern wird mehr IT beanspruchen. In anderen Bereichen spricht man hier schon von BIG DATA. Dieser Begriff wird auch bald in der Energiewirtschaft ankommen.


Trotzdem wird weiterhin Strom benötigt werden und ein großer Teil davon wird auch von Stromkonzernen an Kunden verkauft werden. Aber einen gewissen Teil werden immer mehr Kunden selbst produzieren. Stromkonzerne werden aber weiterhin im starken Wettbewerb untereinander stehen. Dies betrifft Stromanbieter, die Privatkunden beliefern und dies betrifft auch Gewerbestromanbieter. Stromanbieter werden sich zukünftig noch flexibler auf die Kunden und deren Bedürfnisse einstellen.