Strompreise: Umlagen 2016 

Das Jahr 2016 hält einige Veränderungen bereit. Dies betrifft auch die Strompreise 2016 und die darin enthaltenen Umlagen.

Strompreis Umlagen 2016 Der Strompreis für private Haushalte und Gewerbebetriebe (nicht privilegierte Unternehmen) setzt sich in 2016 neu zusammen, da sich die Strom-Umlagen 2016 verändern.
 
Gehen wir die einzelnen Umlagen für 2016 durch:

EEG-Umlage 2016

2016 ist die EEG-Umlage von einem kleinen Anstieg betroffen. Im Vorjahr gab es hier noch eine kleine Senkung. In 2016 müssen Letztverbraucher 6,354 Cent je bezogener Kilowattstunde Strom zahlen. Die deutschen Stromanbieter fordern diese und die anderen Umlagen bei den Kunden ein. Die EEG-Umlage ist aber auch für einige Eigenversorger fällig. Dadurch, dass auch einige Eigenversorger prozentual die EEG-Umlage zahlen müssen, könnte der zukünftige Anstieg der EEG-Umlage etwas abgefedert werden. 
 
Der prozentuale Anteil der EEG-Umlage für einige Eigenversorger steigt bis zum Jahr 2017 langsam an. In 2016 beträgt der Anteil noch 35 Prozent. In 2017 sind dann 40 Prozent der jetzt noch unbekannten EEG-Umlage 2017 fällig. 
EEG Umlage 2016  
Als Strom-Eigenversorger kann man aber die prozentuale Zahlung der EEG-Umlage umgehen, wenn man z.B. eine Inselanlage oder eine kleine Anlage (Leistung < 10 KW und Erzeugung < 10.000 kWh) hat. Als privater Haushalt hat man hier in der Regel keine Probleme mit dieser Größenordnung. Einige Gewerbetreibende müssen schon auf diese beiden Parameter (Leistung < 10 KW und Erzeugung < 10 MWh) achten.

Wenn man bei neuen Anlagen unter dieser Größenordnung bleibt, dann ist man von der Zahlung der prozentualen EEG-Umlage befreit. Wenn man sich z.B. für eine neue Photovoltaikanlage interessiert, sollte man sich zuvor genau informieren. Bei den Strompreisen in 2016 kann eine neue Photovoltaikanlage für den Eigenverbrauch durchaus sinnvoll sein.
 
Die EEG-Umlage 2016 für Selbstversorger, wenn sie überhaupt fällig ist, wird von den Verteilnetzbetreibern und nicht von den jeweiligen Stromanbietern  erhoben.
 
Als herkömmlicher Kunde, der 100 Prozent seines Stroms von einem Stromanbieter seiner Wahl bezieht, muss man aber mit der vollen Höhe der EEG-Umlage in 2016 leben.
 
EEG-Umlage 2016: 6,354 Cent/kWh
 

§ 19 Abs. 2 StromNEV Umlage für 2016 

Umlage 19 Abs 2 StromNEV 2016.pngMit dieser Umlage werden die Vergünstigungen einiger Großverbraucher bei den Netzentgelten finanziert. Grundlage hierfür ist die Stromnetzentgeltverordnung (kurz: StromNEV). Hier werden in §19 Abs. 2 die "individuellen Netzentgelte" geregelt.

Die Netzbetreiber haben natürlich einen gewissen Kostenblock, der durch diese Umlage nur etwas anders verteilt wird, d.h. einige Großverbraucher zahlen weniger und herkömmliche Stromverbraucher zahlen durch die Umlage nach § 19 Abs. 2 StromNEV höhere Strompreise. Wenn mehr Großverbraucher individuelle Netzentgelte beantragen, dann steigt die § 19 Abs. 2 StromNEV Umlage also.
 
§ 19 Abs. 2 StromNEV Umlage 2016:  0,378 Cent/kWh
 

Offshore-Haftungsumlage § 17f EnWG 2016

Offshore-Haftungsumlage § 17f EnWG 2016Mit der Offshore-Haftungsumlage nach § 17f EnWG werden Entschädigungszahlungen an Offshore-Windparkbetreiber finanziert. Auch diese Umlage ist im Strompreis 2016 enthalten. Von der Offshore-Haftungsumlage profitieren nur TenneT und 50Hertz, da nur diese beiden Übertragungsnetzbetreiber Netze haben, die an Nord- und Ostsee grenzen. TenneT und 50Hertz müssen sich aber die Kosten für Entschädigungszahlungen durch einen Wirtschaftsprüfer bestätigen lassen. Diese testierten Kosten zzgl. einiger Nachberechnungen aus Vorjahren bilden dann die Grundlage für die Berechnung der Offshore-Haftungsumlage § 17f EnWG.
 
Momentan besteht bei der Berechnung der Offshore-Haftungsumlage 2016 noch eine Rechtsunsicherheit. Es ist aber sehr wahrscheinlich, dass die Offshore-Haftungsumlage nach § 17f EnWG 2016 für herkömmliche Standardkunden 0,04 Cent/kWh betragen wird (nach KWKG-Novelle 2016). 
 
Nach der negativen Offshore-Haftungsumlage 2015 ist dies ein deutlicher Anstieg.
 
Offshore-Haftungsumlage § 17f EnWG 2016: 0,04 Cent/kWh

KWK-Umlage 2016

KWK Umlage 2016Mit der KWK-Umlage 2016 wird der Erhalt und der Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung finanziert. Das KWK-Gesetz stammt bereits von 2002. Für das Jahr 2016 ist eine Überarbeitung des KWKG (KWK-Gesetz) geplant.

Nach diesem Gesetz steht KWK-Anlagenbetreibern unter bestimmten Voraussetzungen eine Förderung zu. Durch das KWK-Gesetz sollen Anlagen gefördert werden, die durch die gleichzeitige Gewinnung von elektr. Energie und Wärme einen hohen Wirkungsgrad haben.

Nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz 2016 steigt die Umlage gegenüber dem Vorjahr deutlich an.

 

Stufe KWK-Umlage
< 100.000 kWh 0,445 Cent / kWh
> 100.000 kWh 0,040 Cent / kWh

> 100.000 kWh

energieintensiv

0,030 Cent / kWh


 
KWK-Umlage 2016: 0,445 Cent/kWh
 

Abschaltbare Lasten Umlage §18 AbLaV 2016

Die Abschaltbare Lasten Umlage nach §18 AbLaV wurde zum ersten Mal im Jahr 2014 erhoben. Die abschaltbare Lasten Umlage nach §18 AbLaV betrug in 2015 nur 0,006 ct/kWh. Die AbLaV läuft aber Ende 2015 aus. Für das Jahr 2016 gibt es aktuell keine neue Verordnung und deshalb auch keine Abschaltbare Lasten Umlage 2016.
 
Abschaltbare Lasten Umlage §18 AbLaV 2016: wird in 2016 nicht erhoben
 

Umlagenentwicklung 2016


Strom Umlagen 2015 2016

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Strompreisentwicklung 2016 bleibt spannend. Durch den Anstieg der EEG-Umlage und der anderen Umlagen ist Aufwärtspotential bei den deutschen Strompreisen erkennbar. In der Summe ergibt das eine Umlagensteigerung von 0,601 Cent je kWh für Privatkunden und Gewerbebetriebe.

Dies dürften aber einige Stromanbieter durch die gesunkenen Börsenpreise ausgleichen können. Das entscheidende Zünglein an der Waage dürften die lokalen Stromnetzentgelte sein. Wenn die Stromnetzentgelte steigen, könnte es in einigen Gebieten Deutschlands zu Strompreiserhöhungen kommen. Einige Stromnetzbetreiber haben bereits steigende Netzentgelte angekündigt. In diesen Fällen sollte man den Stromanbieter Vergleich vornehmen. Bei großen preislichen Unterschieden kann ein Stromanbieterwechsel helfen. Dabei sollte man aber einen seriösen Stromanbieter wählen.