Einheitliche Stromnetzentgelte gefordert!

Die Strompreise in Deutschland weisen inzwischen sehr starke Unterschiede auf. Der wichtigste Grund hierfür sind die unterschiedlichen Stromnetzentgelte. 

Einheitliche StromnetzentgelteIn Deutschland gibt es weit über 900 verschiedene Stromnetzbetreiber. Diese 900 Stromnetzbetreiber haben jeweils ihre eigenen Netzentgelte. Diese Netzentgelte zahlen die diversen deutschen Stromanbieter für die Nutzung der Stromleitungen. Die Netzentgelte schwankten bereits in der Vergangenheit etwas. Große Flächennetze waren etwas teurer, da je Kilometer Stromleitung weniger Haushalte angeschlossen waren. In Städten konnten z.B. mehr Haushalte je Kilometer Stromleitung angeschlossen werden. Dadurch waren hier die Stromnetzentgelte meist etwas geringer. 
 
Die Unterschiede bei den Stromnetzentgelten haben aber gerade in den letzten Jahren immer mehr zugenommen. Die Netzentgelte schwanken inzwischen um mehrere Cent je kWh. Der Unterschied von einem Netzgebiet zum anderen Netzgebiet kann durchaus über 4 - 5 Cent je KWh betragen. Teilweise gibt es auch sehr hohe Unterschiede beim Grundpreis, der von den einzelnen Netzbetreibern verlangt wird. Diese lokalen Unterschiede bei den Netzentgelten sind auch ein Grund dafür, dass man beim Stromanbieter Vergleich die eigene Postleitzahl angeben muss. 
 
Abhängig von der Postleitzahl können dann die aktuell gültigen Stromtarife für das jeweilige Netzgebiet ermittelt werden. Bei den stark schwankenden Preisen für die Nutzung der Stromnetze gibt es immer weniger Stromanbieter, die mit einem einheitlichen Strompreis in ganz Deutschland agieren. 


Unterschiedliche Strompreise

Dies führt zu einem regelrechten Tarif-Dschungel in Deutschland. Hier verschafft StromanbieterVergleich.net den Verbrauchern den Überblick. Doch die Situation verschärft sich.
 
Mit dem Ausbau der Stromnetze nehmen auch die Preisunterschiede bei den Stromnetzentgelten zu. Der Ausbau der Stromnetze erfolgte aber häufig deshalb, weil immer mehr Solar- und Windparks angeschlossen werden müssen. Dieser Netzausbau führte natürlich zu Kosten. Dies erkennt man deutlich an den Netzentgelten. Auch für den Abtransport des Stroms in andere Regionen Deutschlands wurde das Netz ausgebaut. Hier spricht man vom Übertragungsnetz. Auch beim Übertragungsnetz sind dadurch die Stromnetzentgelte gestiegen. Aber auch dies traf nur auf einige Netzgebiete zu.
 

Resultat: Widerstand gegen drastische Unterschiede

Inzwischen formiert sich der Widerstand gegen diese hohen Unterschiede bei den Stromnetzentgelten. Besonders aus einigen nördlichen Bundesländern gibt es hier eindeutige Äußerungen. So hat der Energieminister von Schleswig Holstein (Robert Habek / Grüne) zumindest einheitliche Übertragungsnetzentgelte gefordert. Das Kieler Ministerium hat hier auch die Schieflage auf dem Strommarkt erkannt.
 
Die Auswirkungen der Stromnetzentgelte unterscheiden sich natürlich erheblich von Bundesland zu Bundesland. In Teilen von NRW sind die Stromnetzentgelte momentan deutlich geringer als die Entgelte in Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern. Dadurch sind einige Politiker in NRW natürlich gegen einheitliche Stromnetzentgelte. Im Falle einheitlicher Stromnetzentgelte würden Kunden in NRW tendenziell mehr für Strom bezahlen. Im Falle einheitlicher Stromnetzentgelte gibt es natürlich einige weitere Bundesländer, die mehr für Strom zahlen würden.


Frage der Gerechtigkeit

Die Versorgung mit Ökostrom und die Energiewende betreffen ganz Deutschland. Für die Finanzierung von Strom aus Windparks oder Solarparks wurde ja bekanntlich die EEG-Umlage eingeführt. Somit werden diese Kosten relativ gleichmäßig über ganz Deutschland verteilt (bis auf einige Ausnahmen für Großverbraucher). Beim damit verbundenen und notwendigen Netzausbau hat man diese gleichmäßige Verteilung der Kosten leider nicht umgesetzt. Auch bei den Kosten für den Netzausbau, der z.B. erforderlich für den Anschluss eines Windparks ist, handelt es sich um die Kosten der Energiewende. Deshalb sollten diese Kosten auch einheitlich verteilt werden. 

 
Wirtschaftliche Nachteile für ganze Regionen Deutschlands

Die stark unterschiedlichen Stromnetzentgelte führen momentan zu starken wirtschaftlichen Nachteilen für bestimmte Regionen Deutschlands. Hohe Strompreise sind auch ein Faktor, der gegen einen bestimmten Gewerbestandort sprechen kann. Wenn ein Gewerbebetrieb vor einer Neuansiedelung steht, wird er zuvor auch die lokalen Strompreise prüfen. Dies gilt insbesondere für energieintensive Betriebe. Der Gewerbestrom Vergleich zeigt hier die Unterschiede in Deutschland. Auch der Stromanbieter Vergleich zeigt für Haushalte stark unterschiedliche Strompreise. Als privater Haushalt wird man aufgrund der Strompreise keinen Umzug vornehmen. Aber bei einem Gewerbebetrieb mit einem hohen Stromverbrauch kann das bei der Wahl eines neuen bzw. weiteren Standortes schon anders aussehen. 


Unterschiedliche Möglichkeiten für die Umsetzung

Für die Abmilderung der Entgeltunterschiede gibt es verschiedene Ansätze. Ein wichtiger Punkt sind hier die Übertragungsnetzentgelte. Hier könnte jeder Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) für sich weiterhin seine Entgelte ermitteln. Für die weitere Berechnung (an die Verteilnetzbetreiber -VNB) sollte aber ein Standard-Netzentgelt (ermittelt aus den Netzentgelten der 4 ÜNBs) verwendet werden.
 
Eine weitere Möglichkeit zur Absenkung der Unterschiede bei den Netzentgelten ist die Abschmelzung der vermiedenen Netzentgelte. Auch die vermiedenen Netzentgelte sind stark abhängig von der jeweiligen Region. Über die vermiedenen Netzentgelte erhalten dezentrale Kraftwerke einen zusätzlichen Bonus. Früher war dieser Bonus auch angebracht, da durch die dezentralen Kraftwerke in der Regel die Stromnetze entlastet wurden. Der Strom wurde dezentral erzeugt und verbraucht. Dadurch kam es zu einer Entlastung der Netze. Heute müssen teilweise abgelegene Regionen zunächst erschlossen werden.
 
Über die momentan noch sehr unterschiedlichen Strompreise in Deutschland kann man sich im Stromanbieter Vergleich ein Bild machen.

Mehr Informationen zu einheitlichen Stromnetzentgelten:

http://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/V/Presse/PI/2017/0217/MELUR_170201_Netzentgelte.html

http://www.50hertz.com/de/Medien/News/Details/newsId/17380/title/Kosten-der-Energiewende-fair-verteilen-Bundesweit-einheitliches-Netzentgelt-im-Uebertragungsnetz-noetig