Neue Pakettarife und der genaue Stromverbrauch

Der Stromverbrauch ist für den Stromanbieter Vergleich mit die wichtigste Größe. Gerade bei Neueinzügen in Wohnungen oder Häuser ist die Ermittlung des Stromverbrauchs aber nicht so einfach. Bei einem Wechsel des Stromanbieters für die bestehenden 4 Wänden sieht das anders aus.

PakettarifeWenn man bereits mehrere Jahre in der gleichen Wohnung lebt, kennt man seinen Stromverbrauch meist recht gut. Wenn man in eine größere Wohnung zieht oder gar in ein neues Haus, ist das Abschätzen des neuen Stromverbrauchs schon schwieriger. Gerade bei einem Haus kommen gegenüber einer Mietswohnung noch Posten hinzu, die sonst auf alle Mieter umgelegt wurden. Dies betrifft beispielsweise die Posten Heizungspumpe oder auch Flurlicht. Gerade ältere Heizungspumpen können einen größeren Stromverbrauch haben.

Auch deshalb ist der Stromverbrauch in einem neubezogenen Haus schwer abschätzbar. Wenn man gerade einen solchen Umzug in ein neues (Eigen-)Heim vollzogen hat und seinen Stromverbrauch nicht hundertprozentig genau abschätzen kann, sollte man vorsichtig sein.

In diesem Fall sollte man einen normalen Stromtarif wählen. Also einen Tarif, der den individuellen Stromverbrauch berücksichtigt und bei dem man monatliche Abschläge zahlt. Bei diesen Tarifen erfolgt die Rechnungslegung anhand des konkreten Stromverbrauchs innerhalb des letzten Abrechnungszeitraums. Bei Pakettarifen ist dies nicht der Fall. Deshalb sind Pakettarife gerade bei Neueinzügen nicht besonders ratsam.

Pakettarife: sinnvoll oder nicht?

Was verbirgt sich jetzt genau hinter Pakettarifen? Bei diesen Tarifen nimmt der Kunde ein bestimmtes Paket bzw. eine bestimmte Menge an Strom ab. Zumindest verpflichtet er sich zumindest zur Bezahlung der im Paket genannten Strommenge. Er muss diese Menge aber nicht wirklich abnehmen. Wenn er die Strommenge nicht vollständig abnimmt, muss er die im Strompaket genannte Strommenge aber trotzdem bezahlen. Wenn der Stromverbrauch steigt und die vorher im Pakettarif festgelegte Strommenge übersteigt, ist der zusätzliche Stromverbrauch extra zu bezahlen. Die Preise je kWh, die über dem vertraglich fixierten Stromverbrauch liegen, sind meist relativ hoch. Für diesen zusätzlichen Stromverbrauch können die Preise bei über 30 Cent je kWh liegen. Teilweise fallen bereits auch schon 40 Cent je kWh an.

Dies sind Preise, die erheblich über den herkömmlichen Preisen liegen. Wenn man also mehr Strom verbraucht, kann es bei Pakettarifen sehr schnell teuer werden. Dieser Mehrverbrauch muss nicht immer geplant sein. So kann es beispielsweise durch einen Wasserrohrbruch zum Einsatz von Trocknungsanlagen kommen, die den Stromverbrauch in die Höhe treiben. Solche Entfeuchter können einen sehr hohen Stromverbrauch haben. Aber auch neue technische Geräte, z.B. große Fernseher, können den Stromverbrauch steigen lassen. Dieser gesteigerte Stromverbrauch ist bei Pakettarifen immer mit einem finanziellen Risiko verbunden. Ein Mehrverbrauch von 1000 kWh kann eine zusätzliche Zahlung von 400 Euro an den Stromanbieter bedeuten.

Die richtige Paketgröße

Wenn man deshalb zur Sicherheit einen Pakettarif mit einer größeren Strommenge wählt, verlieren die Pakettarife aber wieder ihre preislichen Vorteile. In diesem Fall zahlt man dann trotz des geringeren Stromverbrauchs den vertraglich fixierten Preis des Pakettarifes. Hier fällt dann die Rechnung zugunsten des Stromanbieters aus. Da Strom in diversen Paketen bzw. Paketgrößen angeboten wird, erscheinen diese im Stromtarifrechner auf den ersten Blick als relativ günstig. Das trifft natürlich aber nur für die Menge an Strom zu, die die Berechnungsgrundlage bildet. Weicht die tatsächliche Strommenge nach unten oder gar nach oben ab, kann die Stromrechnung sehr hoch ausfallen. Pakettarife richten sich deshalb nur an Stromkunden, die einen sehr konstanten Stromverbrauch haben. Hierzu sollte man möglichst die letzten zwei Jahresrechnungen vergleichen und die Entwicklung des Stromverbrauchs berücksichtigen. Nur wenn dieser Stromverbrauch konstant ist, sollte man überhaupt über Pakettarife nachdenken.

Pakettarife schaffen leider auch keinen finanziellen Anreiz zum Strom sparen. Bei herkömmlichen Stromtarifen reduziert jede eingesparte Kilowattstunde die Stromrechnung. Bei Pakettarifen ist dies nicht der Fall. Die Kombination aus Ökostrom und Pakettarif mutet deshalb auch etwas fraglich an. Aus ökologischen Gründen sollte man stets auch um eine Reduzierung des Stromverbrauchs bemüht sein. Deshalb bieten die großen Ökostromanbieter auch kaum solche Pakettarife an.

Pakettarife mit jährlicher Vorauszahlung

Pakettarife mit jährlicher Vorauszahlung waren die ersten Pakettarife, die von verschieden Stromanbietern auf den Markt gebracht wurden. Diese haben den zusätzlichen Vorteil für den Stromanbieter, dass das Zahlungsausfallrisiko gemindert wurde. Die Bezahlung des Strompaketes ist hier meist vor Lieferbeginn notwendig. Dadurch ist das finanzielle Risiko des Stromanbieters auf den eventuellen Mehrverbrauch, der nicht mit dem Strompaket abgedeckt ist, begrenzt. Außerdem hat der Stromanbieter den Vorteil, dass er den Rechnungsbetrag vor der eigentlichen Stromlieferung erhält. Auf diese Weise steht ihm das Geld früher zur Verfügung und er kann beispielsweise Zinsvorteile realisieren.

Diese Vorteile der Stromversorger werden in der Regel durch günstigere Strompreise an die Kunden weitergegeben. Dabei sollte man aber auf die finanzielle Situation des Stromversorgers achten. Wenn dieser finanzielle Probleme bekommt und seinen vertraglichen Pflichten zur Stromversorgung nicht mehr nachkommen kann, steht man als Stromkunde zwar nicht ohne Strom da, aber es kann unter Umständen teuer werden. Wenn der Stromversorger, der den Pakettarif mit jährlicher Vorauszahlung angeboten hat, insolvent ist, wird man wahrscheinlich sein bereits bezahltes Geld für den Pakettarif nicht oder nicht in vollem Umfang zurückerstattet bekommen. In diesem Insolvenz-Risiko liegt der größte Nachteil von Pakettarifen mit jährlicher Vorauszahlung. Pakettarife mit einer Vorauszahlung für ein ganzes Jahr sind deshalb nicht empfehlenswert. Diese werden auch kaum noch angeboten.

Neue Pakettarife mit monatlichen Abschlägen

Relativ neu sind Pakettarife mit monatlicher Zahlung. Pakettarife mit monatlichen Abschlägen besitzen ein weitaus geringeres finanzielles Risiko. Im möglichen Insolvenzfall des Stromversorgers kann man relativ beruhigt sein, da nur eine monatliche Abschlagszahlung verloren sein könnte. Die generellen Nachteile von Pakettarifen bleiben allerdings auch bei den monatlichen Abschlägen erhalten. Im Zweifel ist ein herkömmlicher Stromtarif die bessere Wahl. Wenn bei einem herkömmlichen Stromtarif der Verbrauch sinkt, dann sinkt auch der Rechnungsbetrag.

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